Elektrotechniker gesucht: Die unsichtbaren Helden in unseren Städten

Eine unterschätzte Berufsgruppe sorgt für mehr Sicherheit bei elektrischen Anlagen, nicht nur am Arbeitsplatz. Personal wird landauf, landab gesucht.

Wuppertal 21.07.2016 Man sieht sie nur selten, sie arbeiten oftmals in der Nacht und meistens im Hintergrund. Und wenn sie mal auffallen, dann gehen wir meistens eher gedankenlos an ihnen vorüber. Sie aber sind es, denen wir mehr Sicherheit und die kontinuierliche Verfügbarkeit von technischen Arbeitsmitteln, Energie, Heiz- und Kühlkraft oder Beleuchtung an unseren Arbeitsplätzen und in unseren Städten verdanken. Sie sorgen auch dafür, dass wir etwa mit einem guten Gefühl in Aufzüge ein- und auch wieder aussteigen können. Sie überprüfen Brandschutz- und Lüftungsanlagen in öffentlichen Gebäuden und in Unternehmen, an Flughäfen ebenso, wie in Fußballstadien und vor allem auch in Krankenhäusern. Auch dort, wo es um Leben oder Tod geht – in der Medizintechnik – wirkt ein Berufsstand, der mit seiner Kompetenz und seinem Einsatz im öffentlichen Bewusstsein noch meistens unterschätzt wird: Die Elektrotechniker/innen.

Viele Bürger und Bürgerinnen haben noch den einfachen Handwerker im Blaumann vor Augen, der mit Henkelmann zur Arbeit kommt, wenn es um elektrische Technik geht. Tatsächlich handelt es sich dabei jedoch um hoch spezialisierte Fachkräfte, die ausgestattet mit modernstem Gerät und IT Sorge dafür tragen, dass sich z.B. Katastrophen, wie der Brand am Flughafen Düsseldorf im Jahr 1996, möglichst nie wieder ereignen. Deutlich wird ihre Bedeutung oft erst dann, wenn plötzlich elektrische Energie mal nicht mehr zur Verfügung steht – wie etwa beim Sturmtief „Kyrill“ im Münsterland 2005. Erst dann wird vielen bewusst, was sonst als unbemerkte Selbstverständlichkeit hingenommen wird.

Doch Dienstleister, die sich auf Wartung und Instandsetzung technischer Anlagen, Elektrotechnik oder Brandschutz spezialisiert haben, wie etwa die Unternehmen der TÜV-Gruppe, der DEKRA oder der Ambrosia FM suchen händeringend nach Nachwuchs und Personal. Denn in kaum einem anderen Bereich hat der Gesetzgeber in den zurückliegenden Jahren die Vorschriften zur Überwachung so verschärft, wie in der Betriebssicherheit. Alleine über 650.000 Aufzüge müssen in Deutschland wenigstens alle zwei Jahre überprüft werden. Und zwischen diesen wiederkehrenden Prüfungen sind noch Zwischenprüfungen vorgesehen. Nur eine qualifizierte Aus- und eine kontinuierliche Weiterbildung der Prüfsachverständigen oder  befähigten Personen, die damit beauftragt werden, sichert dann die Qualität und Qualifikation, die uns in Einkaufszentren, an Bahnhöfen, in der Stadtverwaltung oder in Arztpraxen das Treppensteigen erspart. Geraten wir also in Gefahr, weil es nicht genügend Fachkräfte gibt? Und können wir uns nicht mehr sicher sein, wenn wir z.B. einen Aufzug betreten? Sollten wir doch besser wieder Treppen steigen?

„Ich glaube nicht, dass die Bürger/innen wegen Fachkräftemangels zunehmend in Gefahr geraten, weil die notwendigen Arbeiten nicht mehr flächendeckend und sachgerecht durchgeführt werden können“, so Dennis Diekmann von der Ambrosia FM Consulting & Services GmbH. Doch die beteiligten Unternehmen in der Branche und auch die Handwerkskammern seien in der Pflicht, noch deutlich mehr für diesen attraktiven und mit sehr guten Karrierechancen versehenen Beruf zu werben, bevor es vielleicht wirklich eng würde.

Als ausgewiesener Experte kennt er auch die Schwachstellen von Aufzügen gut: „Verschlissene Tragseile oder Fahrkorbführungen, mangelhafte Befestigungen von Traggerüsten oder defekte Schachttüren sind da zu nennen. Dennoch müssen wir uns zumindest in Deutschland generell keine Sorge um Leib und Leben machen.“ Denn was passiert etwa, wenn ein Seil reißt? „Kein Aufzug hängt an einem einzigen Seil. Und selbst, wenn alle Seile reißen, ist der Fahrkorb durch eine sogenannte Fangvorrichtung gesichert: In dem Moment, wo der Fahrkorb in eine unkontrollierte Geschwindigkeit gerät, verriegelt sie ihn und hält ihn im Schacht fest“, so der Geschäftsbereichsleiter für Betreibersicherheit. Was aber passiert bei einem Antriebs- oder Bremsversagen? „Personenaufzüge haben stets ein Gegengewicht zum Fahrkorb. Gleicht sich dieses Gewicht mit dem summierten Gewicht der Insassen aus, hängt der Aufzug gewissermaßen stabil auf einer festen Höhe. Sind aber zu viele Personen im Aufzug oder ich bin alleine, könnte dieser theoretisch ab- oder sogar auf-stürzen. Doch auch dann greift die Fangvorrichtung.“

Was aber, wenn die Wartungen und Instandsetzungen von Aufzügen, Rolltreppen, Brandschutz- oder Klimalagen und selbst die in der Medizintechnik nicht mit der notwendigen Fachkompetenz und gewissenhaft aus- und durchgeführt werden? „Darin besteht die größte Herausforderung“, so Diekmann, der selber jahrelang Erfahrungen in einem Krankenhaus gesammelt hat: „Wenn dann ein Unglück passiert, ist hinterher von ‚menschlichen Versagen‘ die Rede. Und es ist nicht etwa großes Glück, dass dieses sehr, sehr selten passiert: Vielmehr liegt eben hier die Berufsethik eines ganzen Berufszweigs, der im öffentlichen Bewusstsein noch sehr unterschätzt ist. In unserem Berufsstand bricht niemand seine Arbeit ab – etwa an elektrischen Anlagen – ab, weil er jetzt Feierabend hätte!“ Das Einhalten von Betreiberverantwortung zum sicheren Betrieb elektrischer Anlagen erlaube keinen Aufschub und auch keine Flexibilität. „Hier wirken die unsichtbaren Helden unserer Städte. Und von diesen Frauen und Männern suchen wir händeringend – landauf, landab – und bis nach Österreich und in die Schweiz etwa unter www.ambrosia-fm.de.“

Und wenn dann doch mal der Aufzug steckenbleibt? Auch wenn es in höchstem Maße unwahrscheinlich sei: „Personen, die schon mal über Stunden in einem Aufzug feststeckten, schildern sehr bewegt, dass dieses kein kleiner Zwischenfall ist: Platzangst, Panikattacken, Durst und Streit, ich möchte das nicht erleben“, berichtet der Fachmann. „Wir haben Untersuchungen vorliegen, wonach bei über einem Viertel aller Aufzüge die Notrufweiterleitung nicht funktionieren. Das alleine ist schon ein unhaltbarer Zustand. Denn das Wichtigste für die Eingeschlossenen ist die Gewissheit, dass Hilfe unterwegs ist. Und wenn dann – wie so oft in Aufzügen – die Handys keinen Empfang haben, ist Panik vorprogrammiert.“ Es sei daher immer richtig und wichtig, Ruhe zu bewahren.


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